Lizenzgebühren steigen weiter für britische Glücksspielanbieter

 

Die britische Online Glücksspielbranche kämpft noch immer mit den Folgen der kürzlich eingeführten massiven Steuererhöhung. Als die britische Schatzkanzlerin (Finanzminister) Raachel Reeves eine praktische Verdoppelung der Steuern für Online Glücksspielanbieter von 21 % auf 40 % verkündete, machte sich praktisch Untergangsstimmung in der Branche breit. Auch Online Sportwettenanbieter blieben nicht verschont, denn für sie wurden die Steuern von 15 auf 25 % erhöht. Während die Glücksspielanbieter bereits ab April 2026 deutlich höhere Abgaben entrichten müssen, haben die Wettanbieter bis 2027 Zeit, sich an den höheren Steuersatz zu gewöhnen. Derweil rollt bereits die nächste Welle auf die Branche zu, denn wie die britische Glücksspielaufsicht United Kingdom Gambling Commission (UKGC) bekannt gab, sind höhere Lizenzgebühren geplant. 

Konsultationen angelaufen Erhöhung der Lizenzabgaben um 30 % stehen im Raum 

Wie das britische Ministerium für Kultur, Medien und Sport am 27. Januar 2026 bekannt gab (Link in Englisch), wurde eine Konsolidierungsphase eingeleitet, an deren Ende eine Erhöhung der Lizenzgebühren für Glücksspielanbieter steht. Um welchen Prozentsatz die Lizenzgebühren steigen werden, ist noch nicht endgültig entschieden. Im Gespräch ist allerdings eine Erhöhung von bis zu 30 %. Die ausgerufene Konsolidierungsphase wird vom 27. Januar 2026 bis zum 30. März 2026 andauern. Das Ministerium lud hierfür Vertreter der Aktionäre von Glücksspielanbietern, den Betreiberunternehmen, in der Branche aktiven Unternehmen, Konsumentengruppen, von lokalen Behörden und der Öffentlichkeit ein.

Das Ministerium für Kultur, Medien und Sport verkündete in diesem Zusammenhang, dass man sich mit drei möglichen Szenarien beschäftige. Jede von ihnen kommt mit einer Erhöhung der Lizenzgebühren und hierfür ist in erster Linie die UKGC selbst verantwortlich. Die Behörde wies nämlich darauf hin, dass zusätzliche Geldmittel benötigt werden. Diese Gelder wären nötig, um seiner Rolle als Glücksspielaufsichtsbehörde nachkommen zu können. Außerdem wurde in dem Weißbuch des neuen Glücksspielgesetzes explizit hervorgehoben, dass die Lizenzgebühren letztmals im Jahre 2021 erhöht wurden. Seitdem habe die UKGC ihre Investitionen erhöhen müssen, vor allem in einzelnen Bereichen wie etwa dem Kampf gegen illegale Glücksspielanbieter.  

Britische Regierung tendiert zu einer Gesamterhöhung um 30 % 

Die Glücksspiellizenzgebühren werden momentan mithilfe mehrerer Faktoren berechnet. Einer von diesen ist etwa die Art der Lizenz sowie der mit ihr erzielte Umsatz eines Unternehmens. So kommt beispielsweise ein Anbieter, der mehr als 1 Milliarde Pfund an Umsatz generiert auf Lizenzgebühren in Höhe von 793.729 Pfund. Anschließend fallen Gebühren in Höhe von 125.000 Pfund auf jede weitere erzielte halbe Milliarde Pfund Umsatz an. Die gleichen Gebühren werden für Online Sportwetten und Bingoanbieter erhoben. Ein Betrag, der nicht mehr angemessen sei, da auch die Inflation angezogen habe und die UKGC dadurch jährlich in den roten Zahlen lande.

Die drei in Erwägung gezogenen Berechnungsmodelle sehen eine Gebührenerhöhung um 10, 20 bzw. 30 % vor. Die britische Regierung macht derweil keinen Hehl daraus, dass sie letzteres präferiert. 20 dieser 30 % werden dabei direkt der UKGC zur Verfügung gestellt werden, damit sie ihre gestiegenen Kosten decken kann. Die restlichen aus der Erhöhung resultierenden 10 % werden hingegen speziellen Regulierungsprojekten zugeteilt. Dazu gehört etwa der Kampf gegen illegale Online Glücksspielanbieter sowie der Überprüfung der Einhaltung von Regulierungsvorgaben.

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