GamePhysics-Vorwürfe setzen Saracen-Führung unter Druck
Die Downstream Development Authority, die Betreibergesellschaft des Saracen Casino Resort in Pine Bluff, Arkansas, hat am Donnerstag eine Resolution zur Beendigung der Arbeitsverhältnisse von General Manager Matt Harkness und Chief Marketing Officer Carlton Saffa beschlossen.
Endgültig ist die Maßnahme damit noch nicht: Das Quapaw Nation Business Committee muss der Kündigung erst noch zustimmen. Grundlage sind Vorwürfe, wonach die beiden Führungskräfte ein eigenes Gaming-Unternehmen namens GamePhysics gegründet und dessen Produkte oder Dienstleistungen Dritten in der Glücksspielbranche von Arkansas angeboten hätten.
Vorwurf des Interessenkonflikts
Laut der zweiseitigen Resolution verstießen Harkness und Saffa gegen ihre Arbeitsverträge, die Mitarbeitern konkurrierende Beschäftigungsaktivitäten und Wettbewerbsverbote untersagen. Die Behörde, die im Besitz der Quapaw Nation aus Oklahoma steht, bewertete das Verhalten der beiden als ausreichenden Grund für eine Kündigung.
Saffa gehört Saracen seit 2019 an und prägte über sieben Jahre die öffentliche Kommunikation des Resorts. Er entwickelte sich zu einer der prominentesten Stimmen der Glücksspielbranche in Arkansas und führte in diesem Jahr den Widerstand gegen die Zulassung von DraftKings und FanDuel im Bundesstaat an. Wie eine aktuelle Umstrukturierung bei Tipico zeigt der Fall, wie rasch sich Führungsstrukturen in der Glücksspielbranche derzeit verschieben.
Jefferson County hatte sich nach dem Volksentscheid Issue 4 im Jahr 2018 mit der Quapaw Nation zusammengetan, um das Casinoresort in Pine Bluff zu errichten. Saracen eröffnete im Oktober 2020 zu Kosten von 350 Millionen US-Dollar.
Saffa weist Vorwürfe zurück
Saffa bezeichnete die Resolution gegenüber Casino.org als völligen Schock und erklärte, die Vorwürfe würden die tatsächlichen Umstände nicht zutreffend wiedergeben. Er wies zurück, seinen Arbeitsvertrag durch den Betrieb einer separaten Gaming-Einheit verletzt zu haben, wollte sich aber nicht dazu äußern, welchem Geschäft GamePhysics konkret nachgeht.
Nach eigenen Angaben erhielt Saffa in den 48 Stunden nach Bekanntwerden der Resolution bereits mehrere neue Jobangebote.
Saracen betreibt 1.600 Spielautomaten, 40 Live-Dealer-Tischspiele, einen Pokerraum sowie den BetSaracen Sportsbook. Erst kürzlich schloss das Resort eine 250 Millionen US-Dollar teure Erweiterung ab, die ein 1.600 Plätze umfassendes Saracen Event Center und ein 14-stöckiges Hotel mit 320 Zimmern umfasst.
Quapaw Nation muss noch entscheiden
Die geplanten Entlassungen betreffen zwei der zentralen Figuren im Aufbau des Saracen Casino Resort, das seit seiner Eröffnung 2020 zu einem der größten Glücksspielprojekte Arkansas‘ herangewachsen ist. Ob das Quapaw Nation Business Committee die Resolution tatsächlich bestätigt und wie sich GamePhysics genau zusammensetzt, ist bislang offen.
Auch anderswo in der Casino-Branche kommt es derzeit zu Umbrüchen an der Spitze: Bei The Star Sydney wurde jüngst ein neuer CEO installiert, nachdem der Konzern zuvor eine Führungskrise durchlaufen hatte.
Post