H2 Gambling Capital analysiert Folgen der UK-Steuererhöhungen

 

Der britische Schatzkanzler (Finanzminister) Rachel Reeves von der Labour Partei ließ vor wenigen Tagen eine wahre Bombe platzen. Sie bestätigte massive Steuererhöhungen für Online Glücksspiele von derzeit 21 % auf 40 %. Dies entspricht fast einer Verdoppelung und der neue Steuersatz wird bereits ab dem 01. April 2026 fällig. Auch die Sportwettenanbieter trifft es, denn sie müssen ebenfalls ab dem 01. April 2026 25 % Steuern abführen. Aber welche Folgen hat eine derart saftige Erhöhung für den britischen Glücksspielmarkt? Wie hoch werden die neuen Einnahmen für den britischen Staat tatsächlich ausfallen? Mit diesen beiden zentralen Fragen haben sich die Marktforschungsexperten von H2 Gambling Capital kürzlich beschäftigt. 

Steuereinnahmen werden deutlich geringer als vom britischen Schatzkanzler angegeben ausfallen 

Das für die Steuerschätzungen in Großbritannien zuständige Office for Budget Responsibility (OBR) ließ mit seinen jüngsten Schätzungen aufhorchen. Die Steuerschätzer des OBR berechneten die durch die Erhöhung der Glücksspielsteuern zusätzlich entstehenden Einnahmen nämlich auf ganze 1,6 Milliarden britische Pfund. Experten bezweifelten diese Angaben bereits von Anfang an und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis das OBR zurückrudern musste. Aufgrund von den durch die Steuererhöhungen entstehenden „Verhaltensänderungen“ der Spieler, würden nun nur noch 1,1 Milliarden Pfund eingenommen werden. Damit ist im Grunde nichts anderes gemeint als, dass einige Spieler aufgrund der höheren Steuern entweder gar nicht mehr oder bei illegalen Anbietern spielen werden.

Die Experten des iGaming Marktforschungsinstituts H2 Gambling Capital sehen jedoch auch diese bereits nach unten korrigierten Zahlen als deutlich zu hoch (Link auf Englisch) an. Ihre Experten schätzen, dass im günstigsten Fall im Jahr 2028 lediglich 800 Millionen Pfund eingenommen werden würden. Die ersten beiden Jahre würden aufgrund der durch die Steuererhöhung entstehenden Fluktuation nur sehr schwer zu schätzen sein. Der Online Casino Bereich würde 649 Millionen und der Online Sportwettenbereich 149 Millionen Pfund im Jahre 2028 erzielen. Die Sportwettenanbieter können jedoch noch nicht aufatmen, denn auf sie kommt noch eine weitere Extrasteuer“ zu. Ab April 2027 wird nämlich eine allgemeine Wettsteuererhöhung kommen und diese steigt von derzeit 15 auf 25 %. Die Steuer wird jedoch ausschließlich auf die erzielten Gewinne anfallen und weder von stationären noch von Pferdewettanbietern entrichtet werden müssen. 

H2 Gambling Capitol: Schwarzmarktanteil könnte sich verdoppeln 

Die Marktfrorschungsexperten sprachen jedoch auch eine Warnung an den Schatzkanzler aus. Aufgrund der massiven Steuererhöhungen könnte sich in Großbritannien das gleiche Bild zeigen, wie man es bereits aus den Niederlanden oder Deutschland kennt. Wer nämlich stetig die Schrauben anzieht, treibt die Spieler in die Hände der illegalen Online Glücksspielanbieter. H2 Gambling Capital ist sich sicher, dass sich dieser Effekt auch in bereits absehbarer Zeit in Großbritannien zeigen wird. 

Würde man die Steuern auf dem Niveau belassen, wo sie sich heute befinden, dann würde sich 2028 eine Kanalisierungsrate von 93 % bei den Online Casino und 97 % bei den Online Sportwettenanbietern erreichen lassen. Aufgrund der Steuererhöhungen wird hier eine Verschiebung hin zum Schwarzmarkt zu erwarten sein, die eine Kanalisierungsrate bei Online Casino Anbietern von 83 % und Online Sportwettenanbietern von 94 % bedeutet. 

Ein Sprecher von H2 Gambling Capital äußerte sich wie folgt hierzu: „Der Schwarzmarkt wird sich mindestens verdoppeln und dies gilt selbstverständlich auch für die damit einhergehenden problematischen Folgen etwa für Sicherheit der Spieler.“

Post