EUGH fällt wegweisendes Urteil zu einem Fall aus Österreich
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat derzeit alle Hände voll zu tun und das allein mit Urteilen zum Online Glücksspiel. Ihm liegen zahlreiche Klagen von Spielern aus Deutschland sowie Österreich gegen maltesische Online Glücksspiel- und Wettanbieter vor, die ihre Unterhaltungsangebote ohne deutsche bzw. österreichische Lizenz den Spielern und Sportfans in diesen Ländern zugänglich gemacht haben. Damit handelt es sich gemäß den lokalen Gesetzen um illegales Glücksspiel und wie mehrere Gerichte in beiden Ländern bereits mehrfach bestätigt haben, verlieren somit automatisch sämtliche zwischen Spielern und Online Casinos geschlossene Verträge ihre Gültigkeit. Für die in Malta ansässigen Betreiberunternehmen könnte dies zu einem echten Albtraum werden. Von Erstattungen im Wert von mehreren Milliarden Euro ist bereits die Rede und nun hat der EuGH ein erstes Urteil gefällt, das in der Branche für Panik sorgen dürfte.
Der Fall und seine Auswirkungen
Auf Malta geht die Panik, um und zwar derart, dass sich die maltesische Regierung einschaltete. Sie erließ mit dem sogenannten Article 56A ein Gesetz, das es maltesischen Gerichten verbietet, in anderen EU-Mitgliedsstaaten gefällte Rückforderungsurteile zu vollstrecken. Damit verstößt Malta mehr oder weniger offensichtlich gegen EU-Recht und hat deswegen nun selbst eine Klage vor dem EuGH am Hals. Dem am heutigen 15. Januar 2026 gefällten Urteil fieberten deshalb ganze Länder entgegen. Dabei kommt das heute veröffentlichte Urteil keineswegs überraschend, denn der EuGH hat bereits vor einigen Jahren in einem ähnlichen Verfahren ganz genauso entschieden.
Im konkreten Fall ging es um einen Spieler aus Österreich, der in den Jahren 2019 und 2020 bei einem in Malta lizenzierten Online Casino spielte, das von der Titanium Brace Marketing Limited betrieben wurde und heute wie von Zauberhand aus dem maltesischen Handelsregister verschwunden ist. Dabei häufte er Verluste im Wert von 18.547,67 Euro an und da es sich bei dem Casino um eines in Malta und nicht in Österreich lizenziertes handelte, möchte er diese Verluste erstattet haben. Während die Beklagten die Meinung vertraten, dass nicht der Wohnort des Spielers, sondern der Sitz des Casinos entscheidend sei, wären sie im Recht und alles wäre gemäß maltesischen Gesetzen somit im Einklang gewesen.
Auch der EuGH entscheidet im Sinne der Spieler und bestätigt deutsche und österreichische Gerichtsurteile
Der EuGH hat nun ein Urteil gesprochen und sich in diesem ganz klar auf die Spielerseite gestellt. Damit folgten die Richter der Argumentation der Anwälte des Klägers. Sie sahen es als erwiesen an, dass der Ort, an dem der Schaden verursacht wurde auch die Zuständigkeit eines Gerichts bestimme. In diesem Fall unterliegt die Rechtsprechung also einem österreichischen Gericht.
Die Richter äußerten sich hierzu in ihrer Urteilsbegründung wie folgt: „Da es aufgrund der Natur des Online Glücksspiels nicht immer einfach ist, den genauen Ort zu bestimmen, an dem die illegale Handlung erfolgte, kann davon ausgegangen werden, dass der gewöhnliche Aufenthaltsort des Spielers (=der Wohnort) der Ort ist, an dem die Spiele gespielt wurden.“
Damit hat die Titanium Brace Limited als Casinosbetreiber gegen österreichische Gesetze verstoßen, da es in Österreich ein Glücksspielmonopol gibt und das Online Casino eben keine österreichische Lizenz besaß. Dieses Urteil sorgt für ein Beben in Malta, denn jetzt scheint auch der Article 56A Geschichte zu sein. Die EU hat Malta nämlich bereits im vergangenen Juni davon in Kenntnis gesetzt, dass das Gesetz ihrer Ansicht nach gegen EU-Regeln verstoße.
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