Was 2026 auf den deutschen Online Glücksspielmarkt zukommt
Neues Jahr neues Glück? Das könnte für deutsche Spieler tatsächlich Realität werden. 2026 ist nämlich ein ganz besonderes Jahr für die Glücksspielregulierung sowie Rechtsprechung und vielleicht steht dem als Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) bezeichneten Regulierungsgesetz sogar eine vollumfängliche Reform ins Haus? Keine Frage, in diesem Jahr könnte es zu einigen massiven Änderungen kommen. Wir möchten unseren Lesern einen ersten Überblick geben und haben deshalb die wichtigsten 2026 anstehenden Entscheidungen ausfindig gemacht. Ganz besonders gespannt ist die Branche zweifellos auf die Evaluierung des GlüStV und damit evtl. verbundenen Regeländerungen.
Alle warten in diesem Jahr auf die Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs
In Luxemburg ist der Europäische Gerichtshof (EuGH) zu Hause und hier stehen 2026 gleich drei Urteile an, die die Sportwetten- sowie Glücksspielwelt geradezu auf den Kopf stellen könnten. Als erstes wäre da die Klagewelle deutscher und österreichischer Spieler gegen von maltesischen Wett- und Glücksspielbetreibern illegal angebotene Spiel- bzw. Wettmöglichkeiten. In Deutschland wurde der Markt nämlich erst 2021 mit Inkrafttreten des GlüStV geöffnet und in Österreich gibt es nach wie vor ein staatliches Monopol. Entscheidet der EuGH zu Gunsten der Spieler, dann dürften Rückzahlungsansprüche in Milliardenhöhe auf die Branche zukommen.
Besonders im Mittelpunkt steht der Marktführer in Deutschland Tipico. Gegen den Anbieter läuft nämlich ein Einzelverfahren und der Schlussantrag des EU-Generalanwalts wird bereits für Februar erwartet. Direkt damit verbunden ist auch ein weiteres Urteil, das vom EuGH 2026 gesprochen werden wird. Hierbei geht es um die Vereinbarkeit von Unionsrecht mit nationalem Recht. Da Online Sportwetten- und Glücksspielanbieter zu einem immens wichtigen Wirtschaftszweig des EU-Mitgliedsstaates Malta geworden sind, hat die örtliche Regierung mit der Bill 55 ein für diesen Sektor geltendes Gesetz verabschiedet. Dieses sieht vor, dass in anderen EU-Mitgliedsländern gesprochene Urteile in Malta nicht vollstreckt werden können.
Damit schützt Malta de facto sämtliche auf der Mittelmeerinsel angesiedelten Unternehmen und verstößt damit gegen EU-Recht. So sieht es zumindest der EU-Generalanwalt, der bereits andeutete, dass sein Schlussantrag in diese Richtung tendieren wird. Branchenexperten gehen davon aus, dass der EuGH im ersten Halbjahr 2026 darüber entscheiden wird, ob Maltas Bill 55 gegen EU-Recht verstößt.
Die Evaluierung des GlüStV könnte mit umfangreichen Veränderungen einherkommen
In Deutschland steht derweil die Evaluierung des GlüStV an. Mit dem Erlassen des Gesetzes wurde nämlich beschlossen, dass die Wirksamkeit der Regelung alle fünf Jahre auf den Prüfstand gestellt werden muss. Lobbyverbände wie etwa der deutsche Online Casino oder Sportwettenverband machen sich deshalb bereits seit Langem dafür stark, die hierzulande geltenden Regelungen aufzuweichen. Für sie sind die starren maximalen Einsatz- sowie monatlichen Einzahlungslimits nämlich der Grund Nummer 1 dafür, dass lediglich rund 50 % aller Spiel- und Wettaktivitäten bei Anbietern mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stattfinden.
Diese Bemühungen scheinen tatsächlich von Erfolg gekrönt zu sein, denn immer lauter wird mittlerweile der Ruf aus der Politik nach einer tiefgreifenden Reform. Derweil unternimmt die GGL weitere Anstrengungen, um dem immer größer werdenden Schwarzmarkt Herr zu werden. Ab ca. Mai plant die GGL nämlich mithilfe der Internetprovider neue technische Mittel einzusetzen, die sogenanntes IP-Blocking ermöglichen. Auch für die Parallelspielverhinderungs- sowie Einzahlungslimitdatei LUGAS kommen Veränderungen zu. LUGAS 2.0 wird nämlich mit einer KI ausgestattet, die problematisches Spielverhalten bereits in einem besonders frühen Stadium erkennt.
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