Illinois jagt Sweepstakes-Casinos – 65 Betreiber im Visier
Die Illinois Gaming Board hat gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft 65 Sweepstakes-Casino-Betreibern den Kampf angesagt. Die Cease-and-Desist-Verfügungen verlangen von den Plattformen, Illinois-Spielern sofort den Zugang zu sperren oder das Angebot einzustellen. Wer nicht mitmacht, dem drohen zivil- oder strafrechtliche Konsequenzen.
Chumba, Stake und Co. unter Beschuss
Auf der Liste stehen einige der größten Namen der Branche: VGW mit Chumba Casino, LuckyLand Slots und Global Poker hat gleich mehrere Briefe kassiert. Auch Stake, High 5 Casino, Fliff, Pulsz, Modo und JefeBet wurden ins Visier genommen. Die Behörde macht keinen Hehl daraus – wer in Illinois ohne Lizenz Casino-Style-Games anbietet, verstößt gegen den Illinois Criminal Code.
Die Begründung: Die Plattformen nutzen ein Dual-Currency-System, bei dem Spieler virtuelle Währung kaufen können, die an Gewinnchancen gekoppelt ist. Die Betreiber argumentieren zwar gerne, dass man kostenlos spielen kann und es deshalb kein Glücksspiel sei. Illinois sieht das anders und stuft die Angebote klar als illegales Glücksspiel ein.
Verbraucherschutz vs. Grauzone
IGB-Administrator Marcus Fruchter wird deutlich: Illegale Online-Glücksspiel-Angebote gefährden den Verbraucherschutz, unterlaufen Spielerschutzmaßnahmen und schaden dem regulierten Markt. Auch Generalstaatsanwalt Kwame Raoul legt nach – in Illinois muss Glücksspiel lizenziert und reguliert sein, ohne Ausnahme.
Das Hauptproblem aus Sicht der Regulierer: Die Plattformen operieren ohne Alterskontrolle, ohne Selbstausschluss-Tools und zahlen keine Steuern. Anders als lizenzierte Casinos und Sportsbooks tragen sie nichts zur Finanzierung von Suchtpräventionsprogrammen bei.
Teil eines größeren Trends
Illinois ist nicht allein. Tennessee hat kürzlich 40 Sweepstakes-Casinos zum Aufgeben bewegt, in Kalifornien gilt seit 1. Januar ein Verbot. Aktuell haben mindestens sieben weitere US-Bundesstaaten ähnliche Gesetzesinitiativen auf dem Tisch, darunter Florida, Maine, Indiana und Maryland. Die Erfolgsquote variiert allerdings stark – während Tennessee nahezu hundertprozentige Compliance meldete, haben in Maryland nur etwa ein Drittel der angeschriebenen Betreiber reagiert.
Ob die Sweepstakes-Betreiber tatsächlich aus Illinois abziehen, den Rechtsweg beschreiten oder ihr Geschäftsmodell anpassen, bleibt abzuwarten.
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