Niedersachsen: 3.000 Jobs in Spielhallen stehen auf der Kippe
Die Uhr tickt für Niedersachsens Spielhallen-Betreiber. Am 31. Dezember 2025 läuft die Übergangsregelung für sogenannte Doppelspielhallen aus – und die Branche schlägt Alarm. Innerhalb kürzester Zeit haben bereits über 2.000 Menschen eine Petition der Deutschen Automatenwirtschaft (DAW) und des Automatenverbands Niedersachsen (AVN) unterzeichnet. Das Ziel: 3.000 Arbeitsplätze retten und den Schwarzmarkt stoppen.
Glücksspielstaatsvertrag zwingt zur Schließung
Der bundesweite Glücksspielstaatsvertrag untersagt Mehrfachstandorte künftig komplett. Zum Jahresende läuft die Übergangsregelung für sogenannte Doppelspielhallen aus – eine Folge des bundesweiten Glücksspielstaatsvertrags, der Mehrfachstandorte zukünftig untersagt. Von zwei in einem baulichen Verbund betriebenen Spielhallen muss eine zum Jahresende schließen. Nur eine der beiden Hallen kann ab 1. Januar 2026 eine Erlaubnis für den Weiterbetrieb erhalten.
DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker warnt eindringlich: „Wer Spielhallen schließt, vernichtet nicht nur tausende Arbeitsplätze – er stärkt das illegale Glücksspiel in Hinterzimmern. Wenn legale Spielhallen verschwinden, zieht das Spiel in Schattenmärkte ab – ohne jeglichen Jugend- und Verbraucherschutz. Das ist ein Konjunkturprogramm für den Schwarzmarkt.“
Landesregierung bleibt hart
Die Hoffnung auf eine Rettung in letzter Minute ist gering. In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Abgeordneten Katharina Jensen stellte das Innenministerium klar: „Eine Änderung dieser Regelung ist seitens der Landesregierung aktuell nicht beabsichtigt“. Die Begründung: Eine Ausweitung des illegalen Glücksspiels drohe nicht, weil statt einer Doppelspielhalle ja eine Einzelspielhalle bestehen bleiben könne.
Die Automatenwirtschaft hält diese Einschätzung für realitätsfern. Viele Standorte seien wirtschaftlich nur durch Mehrfachkonzessionen tragfähig. Frank Waldeck, Vorsitzender des AVN, mahnt: „Für unsere Gäste bliebe nur das illegale Spiel: ohne Regeln, ohne Schutz.“
Schwarzmarkt mit 50.000 illegalen Geräten
Die Zahlen geben der Branche recht. Experten schätzen, dass den bundesweit rund 161.000 legalen Geräten mindestens 50.000 illegale Geräte entgegenstehen. Ein massiver Schwarzmarkt, der durch die Schließung legaler Spielhallen weiter gestärkt würde.
Um dem Anliegen Nachdruck zu verleihen, haben DAW und AVN eine breit angelegte Kampagne gestartet. Neben Anzeigen und der Petition auf openpetition.de informiert die Website unserejobsretten.de über die Hintergründe. Das Ziel: 5.000 Unterschriften aus Niedersachsen sammeln.
Widerspruch zur Regierungspolitik
Pikant wird die Debatte durch eine jüngste Äußerung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der den Erhalt von Beschäftigung zur obersten Priorität erklärt hatte. Ein großflächiger Beschäftigungsabbau in Spielhallen würde diesem Anspruch klar widersprechen.
Die Zeit drängt: Betreiber müssen jetzt entscheiden, welche Halle sie weiterbetreiben und entsprechende Genehmigungsanträge stellen. Ob es in letzter Minute doch noch eine politische Lösung gibt, ist offen. Der Automatenverband bemüht sich weiterhin um Gespräche – doch die Landesregierung zeigt sich bislang unnachgiebig.
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