Rund 70.000 Skill Games stehen in Pennsylvania vor dem Aus
Pennsylvanias Attorney General Dave Sunday hat Geschäfte mit Skill-Game-Terminals aufgefordert, die Geräte bis zum 14. Oktober 2026 vollständig zu entfernen. Wer sie lediglich ausschaltet, erfüllt die Vorgabe nicht; nach Ablauf der Frist drohen Vollzugsmaßnahmen bis hin zur Beschlagnahmung und möglichen Strafverfahren. Die Frist markiert das Ende einer 120-tägigen Aussetzung des Urteils des Pennsylvania Supreme Court vom Juni.
Der angekündigte Schritt reiht sich in den zunehmenden behördlichen Druck auf Glücksspielbetreiber in den USA ein, beruht in Pennsylvania jedoch auf einer konkreten höchstrichterlichen Entscheidung.
Gericht stuft Skill Games als Spielautomaten ein
Der Supreme Court entschied im Juni, dass ein Geschicklichkeitselement ein ansonsten auf Zufall beruhendes Spiel nicht aus dem Anwendungsbereich des Pennsylvania Gaming Act herausnimmt. Die Geräte gelten damit als Spielautomaten und dürfen nur in Einrichtungen betrieben werden, die von der Pennsylvania Gaming Control Board lizenziert sind.
Nach Angaben der Pennsylvania State Police sind schätzungsweise 70.000 Skill Games weiterhin in Betrieb. Die Terminals stehen unter anderem in Convenience Stores, Lebensmittelgeschäften, Restaurants und Bars. Die verbreitet unter der Marke Pennsylvania Skill angebotenen Spiele hätten vielen kleinen Unternehmen während und nach der COVID-19-Pandemie geholfen, der Inflation zu begegnen und Beschäftigte zu halten.
Der Konflikt um nicht traditionell regulierte Glücksspielangebote reicht über Pennsylvania hinaus; auch in anderen Bundesstaaten stehen alternative Modelle unter wachsendem regulatorischem Druck. Für die Betreiber in Pennsylvania ist nun allerdings die Abbaufrist der unmittelbare Einschnitt.
Beschlagnahmung und Strafverfahren möglich
Die State Police hatte Geschäfte bereits daran erinnert, dass Ausschalten oder Abstecken nicht genügt: Die Geräte müssen physisch aus den Räumen entfernt werden. Sunday warnte, Behörden könnten bei Verstößen die Terminals, zugehörige Ausrüstung und mit ihrem Betrieb verbundene Geldmittel beschlagnahmen und einziehen. Wo dies angemessen erscheine, kämen auch Strafanzeigen infrage.
Die Warnung richtet sich nicht nur an die Betreiber der Standorte. Auch Distributoren, Verkäufer und Hersteller, die Geräte weiterhin in Geschäften belassen oder für den Betrieb vorhalten, müssten laut Sunday mit möglichen Strafverfahren rechnen. Ein Inhaber einer kleinen Lebensmittelkette berichtete Casino.org, seine Terminals seien weiterhin eingeschaltet; von Pace-O-Matic und Miele Manufacturing, den Unternehmen hinter den Pennsylvania-Skill-Geräten, habe er keine Hinweise zum weiteren Umgang mit den Automaten erhalten.
Die Branche fordert eine Regulierung und Besteuerung der Skill Games, allerdings zu einem niedrigeren Satz als der 55-prozentigen Steuer, die Casinos in Pennsylvania auf Slot-Einnahmen zahlen. Abgeordnete beider Parteien hätten Bereitschaft für einen gesetzlichen Rahmen signalisiert. Bis zum Bericht vom 29. September hatte jedoch noch kein entsprechender Gesetzentwurf einen Ausschuss der General Assembly passiert.
Gesetzliche Lösung vor Frist unwahrscheinlich
Der Aufschub des Supreme-Court-Urteils endet am 14. Oktober. Nach dem Stand vom 29. September erschien eine gesetzgeberische Lösung bis dahin unwahrscheinlich. Die Behörden setzen zwar auf freiwillige Befolgung, behalten sich nach Fristablauf aber Maßnahmen gegen Standorte vor, an denen die Geräte nicht entfernt wurden.
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