USA: Sweepstakes-Casinos geraten von allen Seiten unter Druck
Was lange als clevere Grauzone galt, wird für Sweepstakes-Casinos zunehmend zum rechtlichen Minenfeld. Die Bundesstaaten Tennessee und Oklahoma haben jeweils Gesetze durch ihre Senate gebracht, die das Dual-Currency-Modell dieser Plattformen ins Visier nehmen – und sie könnten damit nur die Spitze eines deutlich größeren Eisbergs sein.
Tennessee setzt auf Verbraucherschutz
In Tennessee greift Senate Bill 2136 tief in den Tennessee Consumer Protection Act ein. Online-Sweepstakes-Spiele werden damit erstmals klar als illegales Glücksspiel definiert – nämlich immer dann, wenn virtuelle Währung gegen Preise, Bargeld oder Gewinnchancen getauscht werden kann. Gesundheits- und Sicherheitsbelange der Öffentlichkeit stehen dabei offiziell im Vordergrund. Praktisch bedeutet das: Der Attorney General bekommt neue zivilrechtliche Werkzeuge, um gegen Betreiber vorzugehen – als würde es sich um unlautere Geschäftspraktiken handeln.
Kein Wunder, dass der Schritt auf Vorarbeit aufbaut: Bereits Ende 2025 hatte Generalstaatsanwalt Jonathan Skrmetti Abmahnungen an knapp 40 Sweepstakes-Plattformen verschickt, darunter bekannte Namen wie Chumba Casino und Stake.us. Die meisten verließen daraufhin den Tennessee-Markt freiwillig.
Oklahoma kriminalisiert das Geschäftsmodell
Oklahoma geht mit Senate Bill 1589 einen entschiedeneren Weg: Das Gesetz ändert das Strafgesetzbuch des Bundesstaates direkt. Wer Online-Casino-Spiele im Dual-Currency-Modell anbietet, macht sich strafbar – und zwar nicht nur als Betreiber. Die Haftung erstreckt sich ausdrücklich auf Geolocation-Anbieter, Plattformanbieter, Spielezulieferer, Promoter und Medienpartner. Verstöße werden als Class-C2-Felony geahndet, mit Geldstrafen zwischen 500 und 2.000 Dollar sowie möglicher Freiheitsstrafe. Tritt das Gesetz nach Zustimmung von Gouverneur Kevin Stitt in Kraft, gilt es ab November 2026.
Post