Niederlande drohen Polymarket mit 420.000 Euro Wochenstrafe
Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) macht ernst: Prediction-Market-Plattform Polymarket soll den Betrieb in den Niederlanden sofort einstellen – sonst drohen Strafen von 420.000 Euro pro Woche, maximal 840.000 Euro. Reicht das nicht, kommen umsatzbasierte Folgestrafen.
Kein Unterschied zum klassischen Glücksspiel
Polymarket bezeichnet sich selbst als „weltgrößten Prediction Market“ und sieht seine Event-Wetten als etwas grundlegend anderes als Glücksspiel. Die KSA sieht das anders – und zwar klar. „Wetten auf politische Ereignisse sind in den Niederlanden unter keinen Umständen erlaubt, nicht einmal für lizenzierte Betreiber“, erklärte KSA-Direktorin Ella Seijsener. Besonders pikant: Die Plattform hat auf frühere Kontaktversuche der Behörde schlicht nicht reagiert. Aufmerksam wurde die KSA auf Polymarket unter anderem durch Wetten auf die niederländischen Wahlen – allein ein Markt zur Koalitionsbildung soll rund 32 Millionen Dollar Volumen generiert haben. Rund 50.000 Suchanfragen nach Polymarket zählte die Behörde im Dezember 2025 allein aus den Niederlanden.
Europa sagt Nein – USA sagen Ja
Polymarket ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom. In Belgien und Frankreich ist die Plattform bereits blockiert bzw. freiwillig ausgestiegen, Portugal folgte nach der dortigen Präsidentschaftswahl. Gleichzeitig hat die US-Behörde CFTC unter der Trump-Regierung Polymarket im November 2025 wieder Marktzugang gewährt – und Trumps Sohn investierte 10 Millionen Dollar in das Unternehmen. Die regulatorische Schere zwischen den USA und Europa könnte kaum weiter auseinanderklaffen. In den USA gelten Event-Kontrakte als legitime Finanzprodukte, in Europa werden sie schlicht als Glücksspiel eingestuft. Neben dem Lizenzproblem warnt die KSA auch vor demokratischen Risiken: Wettmärkte auf Wahlen könnten durch gezielte Gerüchte oder Insiderwissen manipuliert werden – ein Problem, das durch die anonyme Blockchain-Struktur von Polymarket noch verschärft wird.
Der Fall zeigt, wohin die Reise geht: Prediction Markets sind im Kommen, aber Europa lässt sie nicht einfach gewähren.
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