Regionale Casino-Assets bleiben trotz Zinsdruck begehrt

 
Das Caesars Palace Resort in Las Vegas bei Dämmerung mit beleuchteten Gebäuden und einem Springbrunnen im Vordergrund.

Zehnjährige US-Staatsanleiherenditen erreichten zuletzt ein 24-Jahres-Hoch, und die Federal Reserve könnte vor Jahresende die Zinsen erneut anheben. Dennoch besteht laut einer von Casino.org wiedergegebenen Einschätzung des Stifel-Analysten Jeffrey Stantial weiterhin deutliches finanzielles und strategisches Interesse an bestimmten regionalen Casino-Assets. Auch die Übernahme von Caesars Entertainment durch Fertitta Entertainment für 17,6 Milliarden US-Dollar liege auf Kurs, 2027 abgeschlossen zu werden.

Der Caesars-Deal ist ein prominentes Beispiel für M&A-Aktivität trotz des schwierigeren Finanzierungsumfelds: Die Transaktion umfasst laut dem Übernahmevertrag von Caesars Entertainment einen erheblichen Anteil an Fremdfinanzierung. Casino.org zufolge galt der volatile Anleihemarkt bei Gesprächen während der Global Gaming Expo in Las Vegas zwar als mögliches Hindernis für weitere Zusammenschlüsse. Das Interesse an regionalen Spielstätten sei dadurch aber nicht erloschen.

Das beleuchtete Caesars Palace Hotel und Casino in Las Vegas bei Nacht.
Das Caesars Palace Resort in Las Vegas.

Regionale Assets bleiben gefragt

Bei Century Casinos gibt es bereits konkrete Bewegung: Das Unternehmen kündigte den Verkauf von zwei Spielstätten in Alberta, Kanada, für 16,4 Millionen US-Dollar an. Der Bericht wertet den Schritt als möglichen Hinweis darauf, dass Century weitere Vermögenswerte veräußern könnte, um Schulden abzubauen. Das ist eine Einschätzung und kein bestätigter Plan für zusätzliche Verkäufe.

Churchill Downs hat nach Angaben des Berichts neun regionale Casinos zum Verkauf gestellt. Die Häuser sollen einzeln oder in kleinen Gruppen den Eigentümer wechseln – ein Zuschnitt, der auch bei hohen Zinsen Käuferinteresse ermöglichen könnte. Als potenzieller weiterer Nutznießer einer anhaltenden Nachfrage nach regionalen Casinos wird zudem das kombinierte Unternehmen aus Caesars und Golden Nugget genannt. Der Bericht hält Veräußerungen von Spielstätten dort für möglich, stellt sie aber nicht als beschlossene Maßnahmen dar.

Online-Segment mit weniger Spielraum für Großdeals

Für iGaming und Online-Sportwetten sieht Stantial kurzfristig weniger Chancen für große Zusammenschlüsse. Sinkende Aktienkurse erschwerten es börsennotierten Anbietern, eigene Aktien als Akquisitionswährung einzusetzen; zugleich sei die Bereitschaft zu großvolumigen Transaktionen begrenzt. Eher denkbar seien kleinere Ergänzungskäufe, etwa für Produkte, die Quoten oder Preise verbessern, sowie für zusätzliche Kanäle zur Nutzergewinnung und zum Cross-Selling.

Illustration eines Smartphones mit einer Sportwetten-App, umgeben von Münzen, einem Fußball und einem Basketball.

Damit wirkt das Zinsniveau als Gegenwind, hat das Interesse an regionalen Casino-Assets bislang aber nicht beendet. Für Online-Deals könnte zusätzlich rechtliche Unsicherheit das Konsolidierungstempo vorerst dämpfen. Die von Casino.org wiedergegebene Stifel-Einschätzung zeichnet daher kein Bild eines zum Stillstand gekommenen M&A-Markts, sondern eines selektiveren Umfelds: Regionale Spielstätten bleiben im Blick, während große Online-Transaktionen derzeit weniger wahrscheinlich erscheinen.

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