Bulgarien plant Glücksspielreform mit Steuerkontrolle und Werbeverbot
Bulgariens Regierung hat Vorschläge für eine deutlich strengere Glücksspielregulierung zur öffentlichen Konsultation eingereicht. Premierminister Rumen Radev kündigte an, dass Glücksspielwerbung im Land praktisch vollständig verboten werden soll – mit einer Ausnahme für Sportsponsoring auf Trikots und in Sportstätten. Das Paket umfasst zudem Steuererhöhungen und weitere Restriktionen für die Branche.
Ziel der Reform sei mehr Transparenz sowie eine Senkung der Problemspielerquote im Land, erklärte Radev. Der Regierungschef betonte, man wolle nicht, dass Glücksspiel zu einem alltäglichen Anblick in bulgarischen Städten und Dörfern werde, und wandte sich gegen aggressives Marketing, das Jugendliche und Kinder erreiche. Nach der bestehenden Regelung sind laut der Quelle bereits jetzt TV- und Radiowerbung für Glücksspielanbieter untersagt, ausgenommen die staatliche Nationallotterie. Zu den neuen Vorschlägen zählt auch ein Verbot grell beleuchteter Casino-Schaufenster, die laut Radev bulgarische Städte optisch an Las Vegas erinnern lassen. Im Zusammenhang mit Glücksspielwerbung verweist ein weiterer Beitrag auf die Diskussion um Haftstrafen für Influencer, die für Wettangebote werben.
Was die neuen Regeln konkret ändern würden
Neben dem Werbeverbot sieht der Entwurf vor, sämtliche Glücksspielautomaten an die nationale Steuerbehörde anzubinden, um Geldwäsche und finanziellen Betrug einzudämmen. Radev bezeichnete diese Maßnahme als längst überfällig. Parallel plant die Regierung eine Steuererhöhung, die sowohl Online- als auch stationäre Anbieter treffen soll, wobei ein Teil der Einnahmen künftig in Sport und Bildung fließen soll.
Eine Anhebung der Glücksspielsteuer gilt in Bulgarien als parteiübergreifendes Anliegen: Auch die Opposition hatte höhere Steuern gefordert, konnte ihren Vorschlag jedoch nicht in den Haushalt 2026 einbringen. Ein ähnlicher Vorstoß der Opposition für ein Werbeverbot war zuvor ebenfalls abgelehnt worden. Radev kündigte außerdem an, gegen Offshore-Anbieter vorzugehen, die bulgarische Kunden bedienen, ohne ihren steuerlichen und rechtlichen Pflichten im Land nachzukommen – eine Maßnahme, die auch den grenzüberschreitenden Geld- und Warenfluss organisierter Kriminalität erschweren soll. Ähnliche regulatorische Fragen rund um digitale Werbeplattformen beschäftigen derzeit auch britische Behörden, die kürzlich gegen Meta wegen illegaler Glücksspielwerbung vorgingen.
Noch keine endgültige Regelung
Die Vorschläge befinden sich derzeit im Stadium der öffentlichen Konsultation, endgültige Formulierungen stehen noch nicht fest; die verfügbaren Berichte nennen keinen konkreten Zeitplan für die Umsetzung. Sollte das Paket in dieser oder ähnlicher Form verabschiedet werden, könnte es den regulierten bulgarischen Glücksspielmarkt spürbar verändern. Unterschiedliche nationale Regulierungsansätze in Europa greift auch der Beitrag zu einer einheitlichen EU-weiten Glücksspielregulierung auf.
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