Casino Baden-Baden erweitert um 70 Spielautomaten
Das Casino Baden-Baden plant eine massive Erweiterung seines Automatenspiels. Bis 2027 sollen rund 70 neue Spielautomaten in den bisher weitgehend ungenutzten Räumen „Kulisse“ und „Tagungsraum Berlioz“ im Kurhaus aufgestellt werden. Die Genehmigungen vom Innenministerium und der Stadt Baden-Baden liegen bereits vor, die Fertigstellung ist für 2027 geplant.
Umbau im denkmalgeschützten Kurhaus
Geschäftsführer Tobias Wald von den Baden-Württembergischen Spielbanken verspricht eine „Benchmark im Automatenspiel“. Das Projekt soll hochmoderne Technik mit dem historischen Charme des Kurhauses verbinden. Die Planungen laufen seit 2024, im Januar 2025 wurden erste Konzepte dem Baudezernat und dem Denkmalamt vorgestellt. Im Sommer folgte die Konzessionserweiterung durch das Innenministerium.
Die Spielbank Baden-Baden verfügt derzeit über mehr als 140 Spielautomaten. Mit den zusätzlichen 70 Geräten würde das Angebot um etwa die Hälfte wachsen. Das Casino betont, damit würden „großzügige Raumgestaltung“ und „verbesserter Spielerschutz“ erreicht – eine Antwort auf den wachsenden Druck durch Online-Casinos.
Gastro-Pleite und politische Verstrickungen
Weniger glanzvoll läuft es bei der Kurhaus-Gastronomie. Die BKV-Tochter KHR Gastronomie GmbH, die das Restaurant Hectors und das Catering im Kurhaus betreibt, wird liquidiert. Seit ihrer Gründung 2019 hat die Gesellschaft nur Verluste eingefahren. Die BKV musste eingestehen, dass das Gastro-Experiment krachend gescheitert ist.
Beide landeseigenen Unternehmen – Casino und BKV – werden von ehemaligen CDU-Politikern geführt. Tobias Wald wechselte Ende 2023 direkt vom Landtag an die Spielbanken-Spitze, Steffen Ratzel kam aus dem Mannheimer Gemeinderat zur BKV. Beide Personalien sorgten für Kritik und Vorwürfe von Parteifilz. Eine unterlegene Mitbewerberin verklagte Baden-Württemberg sogar wegen der Stellenbesetzung bei den Spielbanken.
Die „defensive Informationspolitik“ beider Geschäftsführer sorgt in Baden-Baden regelmäßig für Unmut. Details zum finanziellen Schaden der Gastro-Pleite oder zur Vergabe des Pachtvertrags für die Nachtbar „Bernstein“ bleiben unter Verschluss. Der Club Bernstein wird seit seiner Eröffnung 2013 vom Gastronomen Peter Schreck betrieben und gilt als erfolgreiches Konzept im Casino.
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