
Ein Side Pot gehört zu den Pokersituationen, die viele Einsteiger zunächst verwirren. Sobald ein Spieler All-in geht und die übrigen Teilnehmer weiter setzen, entstehen zusätzliche Pots mit eigenen Regeln.
Wer nicht versteht, wie ein Side Pot funktioniert, verliert schnell den Überblick darüber, welcher Spieler welchen Pot gewinnen kann. Dabei folgt die Berechnung einem einfachen Prinzip. Dieses lässt sich mit einem praktischen Beispiel leicht nachvollziehen.
Im Folgenden erfährst du, wann ein Side Pot entsteht, wie er berechnet wird und welche Regeln beim Showdown gelten.
Inhaltsübersicht
Was ist ein Side Pot?
Bei einem Side Pot handelt es sich um einen zusätzlichen Pot, der entsteht, wenn mindestens ein Spieler All-in geht und die übrigen Teilnehmer anschließend weiter setzen. Begriffe wie All-in erklären wir ausführlich in unserem Poker-Glossar.
Nach dem All-in fließen alle weiteren Einsätze der verbleibenden Spieler in einen separaten Pot, da der All-in-Spieler an diesen Setzrunden nicht mehr teilnimmt.
Je nach Anzahl der All-ins können in einer Hand sogar mehrere Side Pots gebildet werden. Das Grundprinzip bleibt jedoch immer gleich: Jeder Spieler kann nur den Pot gewinnen, zu dem er selbst Chips beigetragen hat.
Wann entsteht ein Side Pot?
Einen Side Pot gibt es immer dann, wenn mindestens ein Spieler weniger Chips besitzt als die übrigen Teilnehmer und mit seinem gesamten Stack All-in geht.
Besonders häufig kommen Side Pots bei Texas Hold’em vor. Mehr über den Ablauf einer Hand erfährst du in unserem Guide zu Texas Hold’em mit Beispielrunde.
Entscheiden sich die verbleibenden Spieler nach dem All-in für weitere Einsätze, fließen diese in einen separaten Side Pot. Um diesen spielen nur noch sie.
Typische Situationen sind:
- Ein Spieler geht Preflop All-in und mindestens zwei Gegner setzen die Hand fort.
- Ein Spieler ist auf dem Flop All-in, während die übrigen Spieler auf Turn und River weiter setzen.
- Gehen mehrere Spieler mit unterschiedlich großen Chipstacks All-in, sind auch mehrere Side Pots möglich.
Für die Berechnung gilt immer derselbe Grundsatz: Ein Spieler kann nur den Pot gewinnen, zu dem er selbst Chips beigetragen hat.
Side Pot einfach erklärt – Beispiel
Am einfachsten lässt sich ein Side Pot anhand eines Beispiels verstehen.
Angenommen, drei Spieler befinden sich in einer Hand:
- Spieler A: 50 Chips
- Spieler B: 100 Chips
- Spieler C: 100 Chips
Spieler A geht mit seinen letzten 50 Chips All-in. Spieler B und Spieler C bezahlen zunächst die 50 Chips und setzen anschließend jeweils weitere 50 Chips.
Dadurch entstehen zwei verschiedene Pots.

Der Main Pot enthält die Einsätze aller drei Spieler. Der Side Pot besteht ausschließlich aus den zusätzlichen Einsätzen von Spieler B und Spieler C.
Wer kann welchen Pot gewinnen?
Beim Showdown wird jeder Pot einzeln ausgewertet.
Grundsätzlich gilt:
- Den Main Pot können alle Spieler gewinnen, die zu diesem Pot Chips beigetragen haben.
- Einen Side Pot können nur die Spieler gewinnen, die auch zusätzliche Einsätze in diesen Pot geleistet haben.
- Ein All-in-Spieler nimmt an später gebildeten Side Pots nicht mehr teil.
Hat ein All-in-Spieler die beste Hand, gewinnt er den Main Pot. Der Side Pot wird anschließend unabhängig davon zwischen den verbleibenden Spielern vergeben.
Können mehrere Side Pots entstehen?
Ja. Gehen Spieler mit unterschiedlich großen Chipstacks All-in, können innerhalb einer einzigen Hand mehrere Side Pots entstehen.
Der Grund dafür ist einfach: Jeder Spieler kann nur den Teil des Pots gewinnen, zu dem er selbst beigetragen hat. Sobald ein anderer mit einem kleineren Stack All-in geht und die übrigen Spieler weiter setzen, wird ein zusätzlicher Side Pot gebildet.
Beispiel
Vier Spieler befinden sich in einer Hand:
- Spieler A: 40 Chips
- Spieler B: 80 Chips
- Spieler C: 150 Chips
- Spieler D: 150 Chips
Spieler A geht mit 40 Chips All-in, Spieler B mit 80 Chips All-in. C und D spielen die Hand anschließend weiter.
Dadurch entstehen drei verschiedene Pots:
- Main Pot: alle vier Spieler
- Side Pot 1: Spieler B, C und D
- Side Pot 2: Spieler C und D
Da beim Showdown jeder Pot einzeln ausgewertet wird, kann ein Spieler mehrere Pots gewinnen oder nur einen Teil davon erhalten – abhängig davon, für welche Pots er überhaupt spielberechtigt ist.
Häufige Fehler beim Side Pot
Wer zum ersten Mal mit einem Side Pot konfrontiert wird, interpretiert die Regeln häufig falsch. Besonders diese Irrtümer kommen immer wieder vor:
Der All-in-Spieler kann jeden Pot gewinnen
Das stimmt nicht. Ein Spieler, der All-in ist, kann nur die Pots gewinnen, zu denen er selbst Chips beigetragen hat. Später gebildete Side Pots werden ausschließlich zwischen den verbleibenden aktiven Spielern ausgespielt.
Alle Pots werden gemeinsam vergeben
Main Pot und Side Pots werden beim Showdown immer getrennt ausgewertet. Für jeden Pot wird einzeln geprüft, welcher berechtigte Spieler die beste Hand hält.
Es kann nur einen Side Pot geben
Auch das ist falsch. Gehen mehrere Spieler mit unterschiedlich großen Chipstacks All-in, können mehrere Side Pots entstehen.
Einen Side Pot gibt es bei jedem All-in
Nicht unbedingt. Geht ein Spieler All-in und alle übrigen Spieler bezahlen lediglich den Einsatz, ohne danach weiter zu setzen, entsteht kein Side Pot. In diesem Fall gibt es nur den Main Pot.
Fazit
Side Pots gehören zu den wichtigsten Sonderregeln im Poker und sorgen immer wieder für Verwirrung – insbesondere bei Einsteigern. Wer dieses Prinzip verstanden hat, erkennt jedoch schnell, dass die Berechnung einer klaren Logik folgt: Jeder Spieler kann nur den Pot gewinnen, zu dem er selbst Chips beigetragen hat.
In der Praxis hilft es, Main Pot und Side Pots immer getrennt zu betrachten. So lassen sich auch komplexere All-in-Situationen problemlos nachvollziehen. Zusammen mit einem sicheren Verständnis der Poker-Regeln schaffst du damit eine wichtige Grundlage für erfolgreiche Entscheidungen am Pokertisch.
Dieser Guide ist Teil unseres Poker-Lernhubs. Dort findest du zahlreiche weitere Anleitungen und Strategieguides rund um das Pokerspiel.