Illegale Spiele auf Evolution Gaming im Fadenkreuz der Behörden
Im Dezember sorgte die britische Glücksspielaufsichtsbehörde United Kingdom Gambling Commission (UKGC) für einen Paukenschlag. Sie leitete eine Untersuchung gegen Evolution Gaming ein und sogar ein Lizenzentzug stand im Raum. Bei dem Marktführer von Live Casino Spielen schrillten fortan die Alarmglocken, denn Großbritannien allein ist für rund 3 % des Umsatzes von Evolution Gaming verantwortlich. Anschließend ging der schwedische Live Casino Spezialist selbst proaktiv gegen Online Casinos vor, die seine Spiele illegal in europäischen regulierten Ländern anbieten. Ein Schritt, der sich im Quartalsbericht des ersten Quartals 2025 deutlich bemerkbar macht.
Evolution Gaming veröffentlicht enttäuschende Quartalsbilanz
Als Evolution Gaming CEO Martin Carlesund am 30. April 2025 die Bilanz des ersten Quartals 2025 veröffentlichte, gab es zunächst einmal wenig Anlass zur Freude bei den Aktionären. Verluste wurden sowohl bei den Gewinnen als auch beim Umsatz verzeichnet. Hatte man im gleichen Zeitraum 2024 noch eine Gewinnmarge von 53,7 % erzielt, muss man sich in den ersten vier Monaten des Jahres mit nur 48,9 % zufriedengeben. In Zahlen ausgedrückt ging der Gewinn von rund 269 Millionen Euro auf rund 254,7 Millionen Euro zurück. Dies hat zur Folge, dass auch die ausgeschütteten Dividenden von vormals 1,27 Euro pro Aktie auf 1,24 Euro pro Aktie reduziert werden mussten.
Ermittlungen der UKGC als Auslöser einer Kettenreaktion
CEO Carlesund machte als Ursache für den Rückgang der Profite sowie des Umsatzes die aufgrund der Ermittlungen erzwungene Revision der Casinopartner aus. Man habe bereits Ende vergangenen Jahres umfassend mit den britischen Behörden zusammengearbeitet und das betreffende Casino, welches Spiele von Evolution Gaming ohne Lizenz der UKGC britischen Spielern anbot, aufgefordert, diese zu entfernen. Seitdem ist man bei Evolution Gaming noch einige Schritte weiter gegangen. Man habe proaktiv seine Online Casinopartner schon im Februar an die in den einzelnen europäischen Ländern geltenden Regulierungsvorschriften erinnert und sie ermahnt, sich an diese zu halten.
Die größten negativen Umsatzauswirkungen hätte man anschließend in den Ländern hinnehmen müssen, in denen die Kanalisierungsrate bei legalen Online Casinos besonders gering wären. Damit noch nicht genug, denn Carlesund prophezeite bereits weitere negative Nachrichten. Dieser negative Trend würde auch im zweiten Quartal 2025 noch spürbar sein.
Kritik an jahrelang stillschweigend hingenommener Situation kommt aus der Branche selbst
Regulus Partners, ein strategisches Beratungsunternehmen spezialisiert auf den Glücksspielsektor, meldete sich diesbezüglich ebenfalls zu Wort. In einer Mitteilung heißt es, dass Evolution Gaming „buchstäblich den Hahn für auf dem Schwarzmarkt generierte Umsätze abgedreht habe.“ Man spreche hierbei „wohlgemerkt von Umsätzen, die man erst gar nicht hätte machen dürfen.“ Weiter heißt es in der Bekanntmachung: „Evolution Gaming wird nun als das Unternehmen in Erinnerung bleiben, dessen Spiele man bei Schwarzmarktanbietern gefunden habe, die diese Spiele britischen Spielern illegal zur Verfügung gestellt haben.“
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