Curaçao steht kurz vor einer Glücksspielkrise?

 

Die zum Königreich der Niederlande gehörende karibische Insel Curaçao geriet im Laufe der vergangenen Jahre immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik. Der Hauptvorwurf verschiedener Regierungen lautete, dass der Inselstaat eine Steueroase sei und Lizenzen an illegal in anderen Ländern operierende Online Glücksspielanbieter vergeben würde. Gleichzeitig tue die Regierung des Staates zu wenig, um dem illegalen Online Glücksspiel Einhalt zu gebieten. Dann kam die Covidkrise und die niederländische Regierung vergab Hilfsgelder nur unter der Bedingung, dass das Land seine Glücksspielhaltung gänzlich überdenkt. Genau dies hat Curaçao getan und eine vollumfängliche Reform seiner Lizenzierung in die Wege geleitet. Nun scheint das Vorhaben jedoch einen deutlichen Dämpfer erhalten zu haben, denn der gesamte Vorstand der Regulierungsbehörde trat geschlossen zurück.

Glücksspielaufsicht gibt Rücktrittswelle endlich zu

Zuerst wurden einige Medienvertreter auf die merkwürdig erscheinenden Ereignisse rund um den Vorstand der Glücksspielaufsichtsbehörde von Curaçao, Curacao Gaming Authority (CGA) aufmerksam. Vor wenigen Tagen erreichte die Berichterstattung dann einen derartigen Höhepunkt, dass sich die CGA zu einer Stellungnahme(Link auf Englisch) genötigt sah. In dieser gab sie zu, dass bereits Mitte September der gesamte Vorstand geschlossen zurückgetreten sei. Über die Gründe der Rücktritte schwieg sich die CGA hingegen in der Pressemitteilung aus. 

Lokale Medien berichteten zunächst, dass der Premierminister des Inselstaates, Gimar Pisas die Leitung der CGA interimsweise übernommen habe. In ihrer Stellungnahme berichtigte die CGA dies jedoch und informierte darüber, dass der Justizminister Shalten Hato, bis auf Weiteres an der Spitze der CGA stehen werde. Ein pikantes Detail stellt hierbei zweifellos das in diesem Zusammenhang erwähnte Datum dar, denn die Leitung wurde bereits am 19. August 2025 an das Finanzministerium des Landes übergeben und erst am 13. Oktober an das Justizministerium. 

Kommt es zu Verzögerungen bei der Umsetzung der neuen Glücksspielregulierung? 

Seit dem Jahre 2024 befindet sich die Glücksspielregulierung von Curaçao in einem Umstrukturierungsprozess, der den Namen Landesverordening op de Kansspelen (LOK) erhalten hat. In dessen Zusammenhang steht auch die Gründung der CGA. Verschiedene Medien berichteten direkt davon, dass es zu Verzögerungen bei der Umsetzung der Reform kommen wird. Dem widerspricht die CGA in Form ihres Marketing und PR Beraters, Aideen Shortt jedoch vehement. 

Er ließ dabei keine Gelegenheit aus, eine generelle Medienschelte zu verteilen. Wörtlich ließ sich Shortt wie folgt zitieren: „Entgegen sensationsgieriger Headlines und Fake News Artikeln kommt es zu keinerlei Verzögerungen oder verkürzter Vergabeverfahren bei der Umsetzung des LOK. Ebenfalls gibt es keine Unterbrechungen bei Lizenzvergabeverfahren oder Regulierungsüberwachungsprogrammen.“ 

Für die Regierung von Curaçao steht einiges auf dem Spiel, was die Schärfe dieses Statements deutlich macht. Die Regierung muss nämlich zwingend seinen Verpflichtungen nachkommen und will dabei auch gleich seinen Ruf aufpolieren. Dieser sieht häufig leider nach wie vor so aus, als wäre der Karibikstaat ein sicheres Rückzugsgebiet für illegal operierende Online Glücksspielanbieter. Dazu beitragen soll in erster Linie das neu gegründete Curacao Gaming Control Board, das an die Stelle des bisherigen Master License Programms rückt und nur noch eine einzige Lizenz vergibt.

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