Steuererhöhungen für Glücksspiel in Österreich im Budget 2025/26

 

Die neue Koalitionsregierung in Österreich hat es hier und da schon angedeutet. Jetzt ist es jedoch amtlich, die Spieler in Österreich werden zur Kasse gebeten. Dies wird vermutlich genau wie in Deutschland auf Umwegen geschehen, da die Steuererhöhungen die Glücksspielanbieter betreffen. Sie werden die erhöhten Abgaben jedoch höchstwahrscheinlich und notgedrungen an die Spieler weitergeben. Einen Vorgeschmack darauf, wie tief der Staat den Glücksspielanbietern in die Tasche greifen könnte, hat man bereits bei der zum 01. April eingeführten Wettsteuererhöhung erhalten. Aber im Budgetplan 2025/26 findet sich ganz versteckt auch noch ein weiterer höchst interessanter Punkt.

Steuererhöhungen bereits seit langem ein Thema jetzt jedoch Gewissheit

Die neue Koalitionsregierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS hat es bereits mehrfach betont. Der Staat benötigt angesichts der momentanen Herausforderungen dringend neue Einnahmen. Die Staatskasse müsse schnell konsolidiert werden und dies soll mit einem Mix aus Steuererhöhungen, Streichungen von Fördermitteln und Einsparungen gelingen. Dass ersteres auch die Glücksspielbranche betreffen wird, galt bereits von Anfang an als offenes Geheimnis. Dieses wurde nun mit dem Budgetplan 2025/26 gelüftet. Als erstes traf der Steuererhöhungshammer die Wettbranche. Seit 01. April wird eine Gebühr auf Bruttowetteinsätze in Höhe von 5 anstelle von vormals 2 % fällig.

Mit diesem Schritt allein möchte die Regierung Mehreinnahmen in Höhe von 50 Millionen Euro erzielen. Wie hoch die Steuererhöhung für Spielbanken genau ausfallen wird, ist noch nicht durchgesickert. Grund zur Beunruhigung, ja sogar Panik gibt es bei den Wettanbietern allerdings aufgrund von folgendem in Budgetplan festgehaltenen Satz: „Aufgrund der Ähnlichkeit von Wetten und Glücksspielen nach dem Glücksspielgesetz, soll eine Annäherung der Abgabenbelastung erfolgen und die Rechtsgeschäftsgebühr für Wetten von 2 % auf 5 % steigen.“

Zur Erinnerung, momentan müssen Glücksspielanbieter in Österreich 16 % der Bruttospielerträge an Abgaben abführen. Für die Wettanbieter würde dies selbst nach der erst kürzlich erfolgten Erhöhung eine mehr als Verdreifachung bedeuten! 

Klarheit gibt es bereits für einige Glücksspielbereiche wie Lotterien, den staatlichen Online Glücksspielanbieter und Spielhallen

Im Budgetplan sind jedoch auch bereits einige Details festgehalten. Diese betreffen die Lotterien, Spielhallen mit stationären Spielautomaten sowie das staatliche Online Casino. Lotterien müssen demnach künftig nicht mehr 16, sondern 17,5 % an Steuern abführen. Dazu kommt ein neuer Verwaltungskostenbeitrag in Höhe von 7,5 %. Diese Maßnahme wird noch im Jahr 2025 31 und im kommenden Jahr 71 Millionen Euro einbringen. Das Online Glücksspiel hat mit einer momentanen Besteuerung von 40 % bereits eine sehr hohe Last zu tragen und diese wird zukünftig dank einer Erhöhung auf 45 % sogar noch schwerer wiegen. Vergleichsweise glimpflich kommen Spielhallen davon, denn die Erhöhung der Besteuerung von stationären Spielautomaten beträgt lediglich 1 %.

Abschaffung des österreichischen Glücksspielmonopols geplant?

Im Budgetplan stößt man jedoch auch auf einen ganz interessanten Satz. So ist von einer „Modernisierung des Glücksspielmonopols“ die Rede. Weitere Details finden sich im Budgetplan dazu nicht, jedoch soll diese „Modernisierung“ langfristig ab 2029 zusätzliche 100 Millionen Euro in die Staatskassen spülen. Ist damit etwa eine Abschaffung des Glücksspielmonopols und eine Öffnung des österreichischen Glücksspielmarktes gemeint?

 

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