Sportsbooks starten Prediction Markets ohne Spielerschutz

 

DraftKings, FanDuel und Fanatics haben im Dezember ihre Prediction-Market-Plattformen gestartet – und dabei auf wichtige Spielerschutz-Tools verzichtet, die bei ihren regulären Sportwetten-Apps Standard sind. Laut einem Bericht von Sportico fehlten bei Launch zentrale Sicherheitsvorkehrungen wie Helpline-Nummern, Session-Timer und detaillierte Wetthistorien.

Regulatorisches Schlupfloch macht’s möglich

Der Grund für die abgespeckten Schutzmaßnahmen liegt in der Regulierung: Prediction Markets fallen unter die Aufsicht der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) – nicht unter staatliche Glücksspielaufsichten. Die CFTC fordert keine Spielerschutz-Maßnahmen, da ihre Lizenznehmer nach Gesetz keine „Gaming“-Produkte anbieten dürfen. Die drei Sportsbook-Giganten nutzen diese Lücke gezielt: Statt von „Wetten“ sprechen sie von „Trading“ und können so in allen 50 US-Bundesstaaten operieren – auch dort, wo Online-Sportwetten verboten sind.

Die American Gaming Association kritisiert das scharf: „Prediction Markets umgehen bewusst die staatliche und tribale Aufsicht.“ DraftKings, FanDuel und Fanatics haben ihre AGA-Mitgliedschaft vor dem Launch gekündigt, um diesen Weg gehen zu können. Nevada hat bereits durchgegriffen – beide Anbieter zogen ihre Lizenzen zurück, bevor sie die neuen Plattformen starteten.

Zwischen Lippenbekenntnissen und Business-Interessen

Nach Veröffentlichung des Sportico-Berichts reagierte FanDuel schnell und integrierte die Helpline des National Council on Problem Gambling in die App – allerdings ohne die Wörter „Gambling“ oder „Gaming“ zu verwenden. DraftKings verwies auf vorhandene Tools wie Einzahlungslimits und Selbstausschluss-Optionen.

Keith Whyte, ehemaliger Direktor des NCPG und jetzt für FanDuel Predicts tätig, versuchte die Light-Version zu verteidigen: „Wir können nicht einfach annehmen, dass eine Größe für alle passt.“ Sein früherer Kollege Cole Wogoman vom NCPG sieht das anders: „Aus Sicht der Spielsucht ist der Kauf und Verkauf von Futures-Kontrakten funktional Glücksspiel – besonders wenn diese an Sport gekoppelt sind.“

Juristische Grauzone mit Folgen

Die rechtliche Situation bleibt ungeklärt. Mehrere Bundesstaaten wie Massachusetts, Maryland und New York haben Klagen eingereicht, weil sie Prediction Markets als illegales Glücksspiel ansehen. Ein Richter in Kalifornien gab Kalshi hingegen Recht, da die CFTC-Regulierung greife. Experten rechnen damit, dass die Frage letztendlich vor dem Supreme Court landet – eine Entscheidung, die Jahre dauern könnte.

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