Wynn Resorts plant zweites Casino-Projekt in den Emiraten

 

Wynn Resorts treibt seine Expansionspläne in den Vereinigten Arabischen Emiraten weiter voran. Nachdem der Bau des prestigeträchtigen Wynn Al Marjan Island in Ras Al-Khaimah seit Monaten läuft, deutet nun vieles auf ein zweites integriertes Resort hin – möglicherweise inklusive Casino. Medienberichten zufolge hat das Unternehmen bereits zusätzliche Flächen in unmittelbarer Nähe des ersten Projekts erworben.

Konkret geht es um rund 138.000 Quadratmeter Land, bestehend aus bereits vorhandenen sowie neu aufgeschütteten Arealen entlang der Küstenlinie. Diese sogenannte „Landbank“ umfasst auch einen möglichen Standort für ein zweites integriertes Resort. Offizielle Baupläne gibt es noch nicht – doch CEO Craig Billings ließ bereits im August durchblicken, dass innerhalb der nächsten zwölf Monate über eine Nutzung nachgedacht werden könnte.

Erstes Resort soll 2027 eröffnen

Das aktuelle Projekt, Wynn Al Marjan Island, ist das erste Casino-Resort der VAE und wird mit rund fünf Milliarden US-Dollar beziffert. Es soll Anfang 2027 eröffnen und umfasst mehr als 1.500 Hotelzimmer, Villen, Restaurants sowie mehrere Unterhaltungsbereiche – inklusive zweier Spielzonen: einem Hauptcasino und einem exklusiven Bereich im 22. Stockwerk.

Schon jetzt gilt das Projekt als Meilenstein für die Region. Ras Al-Khaimah hat sich mit Wynn Resorts als exklusivem Partner positioniert und bietet bislang als einziges Emirat die regulatorische Grundlage für legales Glücksspiel. Möglich gemacht wurde dies durch die Gründung der General Commercial Gaming Regulatory Authority (GCGRA) im Jahr 2023, die nun für Genehmigungen und Aufsicht zuständig ist.

Strategische Expansion mit Bedacht

Wynn Resorts verfolgt in Ras Al-Khaimah offenbar eine langfristige Strategie. Neben dem möglichen zweiten Resort sind noch weitere Grundstücke in Unternehmenshand – darunter ein sogenannter „Janu Plot“ sowie Flächen für ein Luxus-Hotel mit Serviced Apartments. Für Beobachter ist klar: Das Unternehmen sichert sich Handlungsspielraum für künftige Entwicklungen, hält sich aber derzeit bewusst zurück.

Die Exklusivität für Glücksspiel in Ras Al-Khaimah liegt aktuell allein bei Wynn, möglicherweise für bis zu 15 Jahre. Trotzdem müssen für neue Projekte weitere Partner einbezogen und regulatorische Hürden genommen werden. Noch gilt eine Art „Schonfrist“ für Konkurrenzprojekte in benachbarten Emiraten wie Dubai oder Abu Dhabi – auch wenn MGM Resorts bereits Interesse signalisiert hat.

IPO und Casino-Markt im Fokus

Neben baulichen Überlegungen spielt auch die finanzielle Ausgestaltung eine Rolle. Berichten zufolge denkt Wynn darüber nach, die Aktivitäten in den Emiraten künftig über ein eigenes Börsenvehikel abzubilden. Ein solcher Schritt könnte zusätzliche Investoren anlocken und die Marktposition im Nahen Osten stärken.

Mit dem ersten Casino-Resort auf arabischem Boden übernimmt Wynn eine Pionierrolle – nicht nur architektonisch, sondern auch wirtschaftlich. Für die internationale Glücksspielbranche sind die Entwicklungen in Ras Al-Khaimah ein spannender Testlauf: Funktioniert reguliertes Glücksspiel in einer Region, die jahrzehntelang als casinofrei galt?

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