Tether friert 500 Millionen Dollar in türkischem Glücksspiel-Fall
Der Stablecoin-Riese Tether hat digitale Vermögenswerte im Wert von über 500 Millionen Dollar eingefroren. Die Gelder gehören zu einem großangelegten illegalen Glücksspiel- und Geldwäsche-Netzwerk in der Türkei – eine der größten Einzelbeschlagnahmungen im Krypto-Bereich überhaupt.
Veysel Sahin im Visier der Staatsanwaltschaft
Die eingefrorenen Mittel stehen in Verbindung mit Veysel Sahin, den türkische Staatsanwälte beschuldigen, ein weitreichendes illegales Wett-Imperium aufgebaut zu haben. Am 30. Januar gaben die Behörden in Istanbul bekannt, dass Vermögenswerte im Wert von etwa 544 Millionen Dollar beschlagnahmt wurden. Zunächst nannten die Ermittler das beteiligte Krypto-Unternehmen nicht beim Namen – Bloomberg bestätigte später, dass es sich um Tether handelte.
Tether-CEO Paolo Ardoino räumte die Zusammenarbeit mit den türkischen Behörden offen ein: „Die Strafverfolgungsbehörden kamen auf uns zu, gaben uns bestimmte Informationen, wir prüften diese und handelten entsprechend den Gesetzen des Landes. Das machen wir genauso, wenn wir mit dem DOJ oder dem FBI zusammenarbeiten.“
Vom Kritiker zum Compliance-Partner
Die Aktion zeigt einen bemerkenswerten Kurswechsel für Tether. Das auf den Britischen Jungferninseln ansässige Unternehmen stand jahrelang wegen mangelnder Transparenz in der Kritik. Mittlerweile arbeitet die Firma aktiv mit Ermittlungsbehörden weltweit zusammen.
Anfang 2026 fror Tether bereits weitere USDT-Token im Wert von über 180 Millionen Dollar ein. Insgesamt hat das Unternehmen seit seiner Gründung digitale Vermögenswerte von mehr als 3 Milliarden Dollar blockiert. Berichte zeigen, dass Tether und Circle zusammen rund 5.700 Wallets auf die schwarze Liste gesetzt haben – mit eingefrorenen Vermögenswerten von insgesamt etwa 2,5 Milliarden Dollar.
Post