Studie aus Schweden belegt: Spieler können legale von illegalen Online Glücksspielanbietern kaum unterscheiden

 

Eine schwedische Studie hat ein häufig von legalen Online Glücksspielanbietern genutztes Argument bestätigen können. Demnach ist vielen Spielern gar nicht bewusst, ob sie bei einem legalen oder illegalen Online Glücksspielanbieter spielen. So wird die Werbung in Schwedisch verfasst und auch die Webseiten sind in Schwedisch gehalten. Ein Argument, das man in dieser Form auch immer wieder in Deutschland vernimmt. Die legalen deutschen Online Glücksspielanbieter weisen nämlich ebenfalls immer wieder auf die professionelle Aufmachung von Webseiten sowie beabsichtigte Verwirrung bei Spielern hin, die dadurch erzeugt wird.

Was ist legales und was ist illegales Online Glücksspiel ist vielen Schweden nicht bewusst

 Die schwedische Glücksspielaufsichtsbehörde Spelinspektionen (SGA) wollte es ein für alle Mal wissen. Sind legale in Schweden operierende Online Glücksspielanbieter hinreichend gekennzeichnet? Sie gab eine Studie in Auftrag (Link auf Schwedisch), die diese Frage beantworten und nebenbei evtl. gar eine Erklärung für die niedrige Kanalisierungsrate im legalen Glücksspielbereich liefern sollte. Die Ergebnisse sind schockierend und dürften reichlich Grund zum Nachdenken mit sich bringen. Die Befragung fand bereits im November vergangenen Jahres statt. Nachdem die Auswertung nun abgeschlossen wurde, veröffentlichte die SGA das Befragungsergebnis.

 Insgesamt wurden 1644 Menschen befragt, wovon 1164 angegeben haben, in den vergangenen zwölf Monaten einer Form des Online Glücksspiels nachgegangen zu sein. Rund 72 % gaben an, nicht zu wissen, ob der Anbieter legal in Schweden operieren. Würde oder nicht. Überhaupt scheinen Lizenzinformationen bei schwedischen Spielern lediglich eine untergeordnete Rolle zu spielen. Nur 42 % der Befragten stimmten der Aussage zu, dass eine Lizenz ein wichtiges Auswahlkriterium bei ihrer Suche nach einem Online Casino wären. Selbst dieser äußerst niedrige Wert kann jedoch bereits als Erfolg gewertet werden. Im Jahr 2024 lag dieser mit 28 % nämlich sogar noch einmal deutlich darunter. 

Das Bewusstsein der Spieler scheint eines der größten Probleme der schwedischen Aufsichtsbehörde zu sein

 Besonders problematisch wird es, je jüngerer die Spieler sind. Nur 27 % der Spieler im Alter von 18 bis 19 würden einen legalen lizenzierten Online Glücksspielanbieter einem illegalen vorziehen. Bei den Studienteilnehmern im Alter von 65+ lag dieser Wert mit 52 % hingegen gar über der 50 %-Marke. Derartige Zahlen lassen das Ziel der Regierung, eine Kanalisierungsrate von 90 % zu erreichen, geradezu als unrealistisches Wunschdenken erscheinen. Der schwedische Pferdewettanbieter AB Trav och Galopp spricht von einem Wert zwischen 69 und 82 % für 2024 und auch dieser ging im Vergleich zu 2023 zurück.

 Interessant ist zudem der von den Befragten angegebene Grund des Spielens. Die „Hoffnung auf einen großen Gewinn“ landete hierbei lediglich auf Platz zwei. Als meistgenannter Grund wurde der Unterhaltungsfaktor angegeben. Aus sozialen Gründen spielen hingegen immer weniger Schweden. Bei den unter 29-Jährigen sind es etwa nur noch 12 %. Je älter die Befragten, desto weiter fällt dieser Wert. Bei den Spielern, die älter als 65 sind, wurde dieser Grund etwa lediglich nur noch von 4 % der Befragten genannt. 

 

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