Prozessauftakt im NBA Wett – und illegalem Glücksspiel Skandal
Dass der Profisport anfällig für Manipulationsversuche ist, ist prinzipiell nichts Neues. Es kursiert jedoch weitläufig die Meinung, dies würde nur Randsportarten oder zumindest untere Ligen betreffen. Immer wieder machen hingegen Meldungen die Runde, die für Aufsehen sorgen. Mal trifft es erfolgreiche Tennisspieler, mal stehen Fußballstars oder Schiedsrichter unter Manipulationsverdacht. Ein Wort fällt in diesem Zusammenhang fast immer und dieses lautet: Sportwetten. Auch der große US-Sport hat nun einen weiteren Skandal mit einer völlig neuen Dimension. Dieser Skandal ist sogar derart groß, dass er vor dem amerikanischen Kongress landet. Im Mittelpunkt stehen, wie soll es auch anders sein, Sportwetten sowie die Teilnahme an illegalem Glücksspiel. Auch die Hintergründe sind altbekannt: problematisches Spielverhalten, Spielsucht und betroffene Profis, die allein keinen Ausweg aus der Falle finden.
Der Aufarbeitungsprozess beginnt mit der Verlesung von mehreren Anklageschriften
Am Donnerstag, den 06. November 2025 war es also so weit. Vor dem Bundesgericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn wurde der Prozessauftakt im größten Sportwettenskandal in der Geschichte der nordamerikanischen Profibasketballiga NBA eingeleitet. Der Vorwurf der Informationsweitergabe (Link in Englisch) mit dem Ziel der Wettmanipulation kam jedoch in Tateinheit mit dem der Teilnahme an illegalem Glücksspiel. Deshalb wurden in Brooklyn gleich zwei Gerichte beschäftigt. Einer der beiden Säle wurde vom vorsitzenden Bundesrichter Ramon Reyes und der andere von Taryn Merkl geleitet. Insgesamt müssen sich 31 Angeklagte (Link in Englisch) in diesem Mammutprozess vor den beiden Richtern sowie der dazugehörigen Jury verantworten, was die ganze Dimension des Skandals deutlich macht.
Im Mittelpunkt der Verlesungen der Anklageschriften stand Damon Jones. Jones ist ehemaliger NBA-Profi und spielte unter anderem für die Cleveland Cavaliers, wo er auch den Superstar LeBron James kennenlernte. Eine enge Freundschaft begann und diese Freundschaft wurde auch in Los Angeles weitergepflegt. Dort spielte James für die Lakers. Jones fand zum gleichen Zeitpunkt eine Anstellung als inoffizieller Assistent bei den Lakers und nutze seinen Zugang zu hoch sensiblen Informationen laut Anklageschrift schamlos aus. Ihm wird nämlich unter anderem zur Last gelegt, den Verletztenstatus von Spielern der Lakers weitergegeben zu haben. Im Gegenzug soll er 2.500 US-Dollar erhalten haben. Das Geld soll von einem gewissen Marves Fairley aus Mississippi per Handytransaktion geflossen sein.
Der leitende Staatsanwalt Joseph Nocella ist davon überzeugt, dass Jones wusste, Fairley würde diese Information zum Platzieren von Sportwetten nutzen. Ganz konkret geht es um das Spiel der LA Lakers gegen die Milwaukee Bucks im Februar 2023, bei dem LeBron James aufgrund einer Verletzung nicht auflaufen konnte. Fairly soll im großen Stil Wettmanipulationen betrieben haben. Wie weitere Ermittlungen ergaben, sind auch Spiele der Miami Heat sowie der Charlotte Hornets betroffen.
Auch illegale Glücksspiele stehen als Tatvorwurf im Raum
Als wäre der Skandal nicht schon für sich allein groß genug, wird in einem Parallelverfahren ein weiterer nicht minder schwerer Tatvorwurf verhandelt. Während sich NBA-Offizielle den Fragen von Kongressabgeordneten stellen müssen, müssen sich Jones sowie der Trainer der Portland Trail Blazers, Chauncey Billups vor Gericht aufgrund von Vorwürfen von illegalen Pokerspielen verantworten. Drei Angeklagte, darunter auch Jones, müssen sich sogar in beiden Verfahren den Richtern stellen. So kam es am Donnerstag zu der paradoxen Szene, dass Jones zuerst im Saal von Richter Reyes und sofort im Anschluss im direkt gegenüberliegenden Saal von Richter Merkl aussagen musste.
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