Poker-Profi George Janssen: FBI ermittelt wegen Millionenbetrugs
George Janssen, ein vierfacher Gewinner der World Series of Poker Circuit (WSOPC) und ehemaliger Autohändler aus den USA, steht im Zentrum eines spektakulären Betrugsskandals. Das FBI ermittelt gegen den Pokerspieler, der durch gefälschte Fahrzeugdarlehen mehrere Banken um fast 4 Millionen US-Dollar betrogen haben soll. Besonders brisant: Janssen behauptet, von einem mexikanischen Kartell entführt worden zu sein – doch nun mehren sich die Hinweise, dass er die Entführung selbst inszeniert haben könnte.
Millionenbetrug mit nicht existierenden Fahrzeugen
Die Ermittlungen gegen Janssen begannen bereits im August 2023, als das Michigan Department of State Office of Investigative Services Unregelmäßigkeiten in seinem Autohandelsgeschäft Bay Auto Brokers feststellte. Janssen soll mehrfach dieselben Fahrzeuge als Sicherheit für Bankdarlehen angegeben haben – obwohl diese gar nicht existierten. Insgesamt beläuft sich der Schaden laut Anklageschrift auf 3,9 Millionen US-Dollar. Aufgrund dieser Machenschaften wurde ihm die Geschäftslizenz für fünf Jahre entzogen.
Kurz vor seinem mysteriösen Verschwinden im November 2023 hob Janssen hohe Bargeldsummen ab und ließ ungedeckte Schecks in Höhe von 1,4 Millionen US-Dollar einlösen. Dies weckte die Aufmerksamkeit der Banken, die schließlich das FBI einschalteten. Während der Ermittlungen tauchten zudem immer mehr unbezahlte Kredite auf, die von Personen in seinem Umfeld aufgenommen wurden. Mehrere ehemalige Geschäftspartner distanzierten sich von ihm und gaben an, von Janssen zur Aufnahme betrügerischer Darlehen gedrängt worden zu sein.
Fragwürdige Entführungsgeschichte
Der Fall nahm eine dramatische Wendung, als Janssen im Dezember 2023 angeblich entführt wurde. Er wurde blutüberströmt und mit Kabelbindern gefesselt am Straßenrand gefunden. Laut seiner eigenen Aussage hielten ihn Mitglieder eines mexikanischen Kartells 33 Tage lang in einem Keller gefangen, um von ihm Geld für angebliche Schulden zu erpressen. Ein handgeschriebenes Schreiben mit dem Wort „Kidnap“ ließ seine Familie und die Ermittler zunächst an eine echte Entführung glauben.
Doch mit der Veröffentlichung der FBI-Anklage wachsen die Zweifel an seiner Geschichte. Die Ermittler vermuten, dass Janssen seine eigene Entführung fingierte, um von seinen Finanzverbrechen abzulenken. Bislang wurde jedoch keine Anklage in Bezug auf eine vorgetäuschte Entführung erhoben.
FBI-Klage bringt neue Details ans Licht
Besonders heikel: Janssens eigener Sohn Connor wird in der Anklageschrift als Mitwisser genannt. Er arbeitete für das Geschäft seines Vaters und soll aktiv an der Betrugsmasche beteiligt gewesen sein, indem er ungedeckte Schecks einlöste und Darlehen auf nicht existierende Fahrzeuge beantragte. Laut seiner Aussage war ihm bewusst, dass die Kredite betrügerisch waren.
Janssen drohen nun bis zu 30 Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu einer Million US-Dollar. Ob er sich für schuldig bekennt oder versucht, sich aus der Affäre zu ziehen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Pokerwelt verfolgt diesen spektakulären Fall mit großer Aufmerksamkeit.
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