Gaming in Germany Conference 2025 Quo Vadis GlüStV?

 

Mit Spannung wurde auch 2025 die jährliche Konferenz Gaming in Germany erwartet. Jedes Jahr Mitte November treffen sich Vertreter aus den Bereichen Recht, Spiele, Glücksspielanbieter, sprich aus allen Bereichen des deutschen Glücksspiels in Berlin. Sie alle eint dabei, dass sie ausschließlich im legalen, sprich lizenzierten deutschen Glücksspielbereich tätig sind. In diesem Jahr fand die Gaming in Germany am 11. November im Doubletree Hilton am Ku’damm statt und zu besprechen gab es einiges. Da wäre etwa die bevorstehende erste Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV). Es wurde jedoch auch Bilanz gezogen. Wie hat sich das Glücksspiel seit der Einführung des GlüStV im Jahr 2021 hierzulande verändert? Die Zahlen sprechen Bände und verheißen für die Zukunft nichts Gutes, denn der Schwarzmarkt gewinnt immer mehr Marktanteile in Deutschland.

Legaler deutscher Glücksspielmarkt kommt immer mehr unter Druck

Die Liste der Gastredner bzw. Teilnehmer an der diesjährigen Konferenz (Link in Englisch) liest sich wie das Who is Who der Glücksspielbranche. Zu Gast waren etwa Mathias Dahms (Präsident deutscher Sportwettenverband), Dr. Andres Ditsche (CEO von iGaming.com), Alex Green (VP ZEAL Network), Christian Heins (Direktor iGaming Tipico) oder Josh Hodgson (Senior Associate H2 Gambling Capital). Letzterer zog eine bittere Bilanz über den Zustand des legalen deutschen Glücksspielmarktes. 

Dabei handelt es sich jedoch keineswegs lediglich um seine persönliche Expertenmeinung. Nein, Hodgson brachte direkt einige Zahlen mit, die seine Sicht der Dinge eindrucksvoll untermauerten. Für ihn sei klar, dass der legale, sprich von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) sowie den einzelnen Bundesländern regulierte Glücksspielmarkt in Deutschland immer unbedeutender werde. Er begann seine Ausführung damit, die Steuereinnahmen als Indikator hierfür in den Vordergrund zu rücken. So konnte sich der deutsche Fiskus im Jahre 2021 kurz nach der Einführung des GlüStV über neue Einnahmen in Höhe von mehr als 50 Millionen Euro freuen und das monatlich! Heute sind es hingegen nur noch knapp unter 20 Millionen Euro.

Aber auch die von den Online Spielotheken mit ihrem Spielautomatenangebot erzielten Bruttospielerträge haben praktisch die gleiche desaströse Entwicklung hinter sich. Sie konnten beispielsweise im 1. Quartal 2023 noch ca. 160 Millionen Euro an Bruttospielerträgen erzielen. Im 3. Quartal 2024 sank dieser Betrag auf 132 Millionen Euro. Hodgson präsentierte jedoch nicht nur Zahlen, die den Zustand des legalen deutschen Glücksspielmarktes beschreiben. H2 Gambling Capital hat auch den illegalen (Online) Glücksspielmarkt analysiert. Das Ergebnis ist niederschmetternd. Seit dem Jahr 2022 steigt der Marktanteil der illegalen Online Glücksspielanbieter stetig. Sein Unternehmen hat errechnet, dass die Kanalisierungsrate (Marktanteil) der legalen deutschen Glücksspielanbieter schon 2024 nur noch zwischen 20 und 25 % betrug. 

Umfassende Reform des GlüStV im Zuge der Evaluierung gefordert

Hodgsons Vortrag war somit Wasser auf die Mühlen führender Experten sowie Branchenvertreter, die schon seit Jahren vor genau dieser Entwicklung gewarnt haben. Allen voran die Geschäftsführer der deutschen Sportwetten und Online Casino Verbände fordern vehement, dass im Rahmen der Evaluierung des GlüStV Einschränkungen abgebaut werden. Dänemark verfügt etwa über eine Kanalisierungsrate von über 95 %. Die Branchenvertreter haben für den desolaten Zustand des legalen Marktes in Deutschland vor allen Dingen die zahlreichen Einschränkungen (z. B. Einzahlungs- sowie Einsatzlimit) ausgemacht.

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