Finnland stoppt Influencer-Werbung für illegale Casinos

 

In so gut wie allen europäischen Ländern ist klar definiert, was legales und was illegales Online Glücksspiel ist. Auch wenn einige sogenannte Affiliates immer wieder von einer „Grauzone“ sprechen oder im Ausland lizenzierte Online Glücksspielanbieter sich auf die EU-Dienstleistungsfreiheit berufen. In Ländern wie Deutschland, Frankreich, der Niederlande sowie in den skandinavischen Ländern wurde von der Politik glasklar definiert, wo die Grenzen liegen. Es kommt jedoch immer wieder vor, dass im Ausland lizenzierte und somit in Europa als illegal geltende Online Glücksspielanbieter diese Grenze überschreiten. Nicht selten holen sie sich dafür Hilfe an Bord. So werben Influencer auf Plattformen wie Twitch oder TikTok bewusst für diese Online Casinos. In Finnland müssen sich nun zwei weitere von ihnen dafür verantworten. 

Finnische Polizei greift durch ­ Ertappten Influencern droht saftiges Bußgeld 

Der Fall der beiden finnischen Influencer ist ein wenig komplizierter, als es zunächst den Anschein hat. Wie die finnischen Polizeibehörden Anfang September bekanntgaben, (Link auf Englisch) ereigneten sich die im Raum stehenden und den Influencern vorgeworfenen Geschehnisse nämlich bereits im Mai 2025. Dazu kommt, dass die platzierten Werbevideos bzw. Streams vom Ausland aus veröffentlicht wurden. Trotz alledem sieht die finnische Polizei einen klaren Verstoß gegen das in Finnland geltende Lotteriegesetz, denn die beiden Tatverdächtigen haben letztendlich in Finnland nicht lizenzierte Online Glücksspielanbieter beworben. 

Die Ermittlungsbehörden berufen sich dabei auf einen im Gesetz enthaltenen Passus, in dem auf „direktes oder indirektes Bewerben in Finnland“ hingewiesen wird. Beide Influencer wurden zunächst von der Polizei abgemahnt und mit strikten Auflagen versehen. So müssen die auf den Plattformen Twitch und Kick erschienenen Werbevideos unverzüglich entfernt werden. Außerdem dürfen die beiden Influencer nicht noch einmal in dieser Hinsicht in Erscheinung treten. Ansonsten droht Ihnen nämlich ein Bußgeld in Höhe von 30.000 Euro. Ob die Werbevideos vom Ausland aus den finnischen Spielern zugänglich gemacht werden oder nicht, spielt für die Polizei keine Rolle, denn die Influencer hätten mit ihren Videos „die Reichweite der Glücksspielwebseiten erhöht“ und dies reiche aus, um gemäß dem Lotteriegesetz angeklagt zu werden. 

Finnischer Online Glücksspielmarkt steht vor einer vollumfänglichen Reform 

Dabei handelt es sich nicht um einen Einzelfall in Finnland. Ein dritter finnischer Influencer wurde mit genau den gleichen Vorwürfen konfrontiert und ignorierte die Warnungen der finnischen Behörden. Nachdem weitere Werbevideos für in Finnland als illegale Online Glücksspielanbieter geltende Online Casinos auf dem Account erschienen, wurde der Influencer zur Zahlung des Bußgeldes in Höhe von 30.000 Euro verdonnert. Die Brisanz dieser Fälle könnte zum momentanen Zeitpunkt kaum größer sein, denn Finnland steht vor der größten Reform seines Glücksspielmarktes überhaupt.

Noch hat nämlich der staatliche Glücksspielanbieter Veikkaus das Glücksspielmonopol Finnlands inne. Der mit den Fällen vertraute unabhängige Berater Tomi Sallinen sagte dazu: „Es scheint ein generelles Missverständnis vorzuliegen, dass von außerhalb Finnlands veröffentlichte Glücksspielwerbung legal wäre.“ Dies sei jedoch nicht der Fall, lediglich Veikkaus dürfe in Finnland Glücksspielwerbung veröffentlichen. Anfang 2027 wird der finnische Glücksspielmarkt jedoch auch für private Anbieter geöffnet. Für dann verfügbare finnische Glücksspiellizenzen können sich interessierte Anbieter ab Anfang 2026 bewerben.

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