Beben bei bet-at-home Banijay Group verkauft Mehrheit

 

Kurz vor dem Jahreswechsel sickerten bereits die ersten Gerüchte durch. Der französische Glücksspielgigant Banijay Group bzw. dessen Tochterunternehmen BetClic Everest Group habe vor, seine Mehrheitsanteile am deutschen Sportwettenanbieter bet-at-home zu verkaufen. Diese Gerüchte sollten sich recht schnell als wahr herausstellen, denn nur einige Tage später machten die Franzosen den Deal offiziell. Dies ist insofern bemerkenswert, da ein Verkauf in dieser Größenordnung für gewöhnlich kaum derart lange geheim gehalten werden kann. Dazu muss man wissen, dass bet-at-home eine Aktiengesellschaft (AG) ist und seine Unternehmensanteile an der deutschen Börse gehandelt werden. Deshalb sind die französischen Verkäufer auch verpflichtet, zumindest ein Minimum an Informationen zum Verkauf zu veröffentlichen. 

Steht der Verkauf im Zusammenhang mit der Tipico Übernahme? 

Der französische Glücksspielgroßkonzern Banijay Group kommt in letzter Zeit kaum aus den Schlagzeilen heraus und fast hat es sogar den Anschein, als wäre dies beabsichtigt. Zunächst einmal wäre da die für großes Aufsehen sorgende Übernahme des deutschen Marktführers im Bereich Sportwetten Tipico. Diese kommt mit zahlreichen Veränderungen in beiden Unternehmen einher. Dazu gehört etwa, dass das Banijay Flaggschiff BetClic mit Tipico vereint werden soll. Außerdem wurden in den vergangenen Monaten mysteriöse Dividenden von Tipico ausbezahlt. 

Jetzt also der Verkauf von bet-at-home, einem 1999 in Welz, Österreich gegründeten Traditionsunternehmen. Wenig später im Jahre 2004 folgte der Schritt an die deutsche Börse und auch der Unternehmenssitz befindet sich mittlerweile in Düsseldorf. Der großangelegte Einstieg der französischen BetClic Everest Group, einem Tochterkonzern der Banijay Group begann ab 2006. Seit 2009 haben die Franzosen ein Stimmrecht im Aufsichtsrat und bis vor kurzem hielten sie gar 53,9 % aller Unternehmensanteile. Die BetClic Everest Group vollzog also einen ziemlich radikalen Schritt vom Hauptanteilseigner auf null.

Wie die Banijay Group kurz nach dem Jahreswechsel bekannt gab (Link in Englisch), hat man sämtliche der 53,9 % von bet-at-home verkauft. Weitere Details, etwa zum Käufer gibt es hingegen nicht. Auf Börsenaktivitäten spezialisierte Medien berichten etwa lediglich von einem „unbekannten Käufer“. Einige Angaben sind jedoch aufgrund der deutschen Börsenvorgaben verpflichtend. Demzufolge musste im Zuge der Verkaufsmeldung etwa erwähnt werden, dass die von BetClic Everest gehaltenen 53,9 % der Aktien nicht in einem Paket verkauft wurden. Das Paket wurde also aufgeteilt verkauft und jeder Käufer erwarb weniger als 5 % an bet-at-home. Außerdem bestätigten sowohl die Ver- als auch die Käuferseite, dass der Verkauf bereits vollständig abgeschlossen sei. 

Zwei Aufsichtsratsmitglieder treten im Zuge der Übernahme zurück 

Aber was bedeutet dieser Verkauf für bet-at-home? Zunächst einmal, etwas, das jeder Investor scheut: Unsicherheit, und zwar auf sämtlichen Ebenen. Als würde diese Meldung nicht schon für sich allein genommen für genug Unsicherheit sorgen, kommt noch eine weitere überraschende Meldung hinzu. Da BetClic Everest nun nicht mehr bei bet-at-home das Sagen hat, traten auch die beiden das Unternehmen im Aufsichtsrat von bet-at-home vertretenden Vorstände zurück. 

Wie in der Meldung der Banijay Group bestätigt wurde, sind François Rihai sowie Véronique Giraudon mit Wirkung zum 2. Januar 2026 von ihren Vorstandsposten zurückgetreten. Damit ist bet-at-home einer noch nie dagewesenen strategischen Unsicherheit ausgesetzt. Dies hatte logischerweise auch Konsequenzen für den Aktienkurs des Düsseldorfer Unternehmens. Ein großes Einbrechen fand glücklicherweise nicht statt. Allerdings wurde das Rating auf „D“ herabgestuft, was eine negative zukünftige Entwicklung bedeutet.

Post